Klimaanpassungen bei der VGF

Die VGF setzt umfangreiche Maßnahmen zur Klimaanpassung im Stadtraum um. Hierbei stehen die Begrünung von Haltestellen und Gleisanlagen im Fokus, die zudem dazu beitragen, das Stadtklima zu verbessern, Lärm zu reduzieren und Regenwasser zu speichern.

 

Begrünte Haltestellen

Mit der Haltestelle „Börneplatz / Stoltzestraße“ fing 2021 alles an. Bei diesem Pilotprojekt wurden die Dächer zweier Wartehallen extensiv begrünt. Zum Einsatz kam Sedum, eine besonders robuste und insektenfreundliche Pflanzengattung, die nicht nur schön blüht, sondern auch einen wichtigen ökologischen Beitrag leistet.

Sedumpflanzen sind insektenfreundlich, filtern den verkehrsbedingten Feinstaub aus der Luft tragen so aktiv zur Verbesserung der Luftqualität bei. Zudem kühlen sie die Luft bei Hitze ab. Die Pflanzen wachsen in speziellen Kassetten, die mit Substrat gefüllt sind. Dieses dient zugleich als Nährboden, Wasserspeicher und Entwässerungssystem – aufwendiges Gießen ist dadurch kaum nötig. Neben den ökologischen Vorteilen ist die begrünte Haltestelle zudem ein echter Blickfang und erhöht die Aufenthaltsqualität.

Im Februar 2021 stellte die VGF an der Haltestelle „Börneplatz / Stoltzestraße“ offiziell die erste „Grüne Haltestelle“ vor. Seitdem wurde das Konzept konsequent weiterverfolgt: Bereits über 30 Wartehallen im Stadtgebiet sind heute mit Sedum-Dachbegrünungen ausgestattet – darunter bekannte Standorte wie Louisa Bahnhof, Stresemannallee / Mörfelder Landstraße und Lokalbahnhof / Textorstraße.

Ein klarer Schritt in Richtung Klimaanpassung: Alle neuen Wartehallen des Typs „Xenon“ werden standardmäßig mit einem Gründach ausgestattet. Bis 2028 ist der Bau von 72 begrünten Wartehallen an Bus- und Straßenbahnhaltestellen vorgesehen.
 

Grüngleise

Auch zwischen den Haltestellen soll das VGF-Netz grüner werden. Es werden vermehrt Grüngleise eingesetzt, etwa bei Neubaustrecken oder einer grundhaften Erneuerungen von Streckenabschnitten, sofern dies ökologisch, stadtplanerisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. In der Vergangenheit wurden verschiedene Oberbauausführungen und unterschiedliche Bepflanzungen eingesetzt und auf ihre Beständigkeit getestet. Die VGF prüft kontinuierlich die Umsetzung weiterer Grüngleise, dazu dient das interne Grüngleiskonzept als Grundlage. Wenn ältere Gleise saniert werden sollen, prüft die VGF stets, ob ein Rasengleis angelegt werden kann. Fällt das Ergebnis positiv aus, bzw. sind für den Streckenabschnitt keine Kombispuren mit Bussen vorgesehen, werden die Art des Oberbaus sowie die Vegetation bestimmt und basierend darauf eine Kostenberechnung erstellt. Aus wirtschaftlichen Gründen ist es jedoch nicht möglich, eine funktionsfähige, völlig intakte Gleisanlage zu erneuern, um aus ihr ein „grünes Band“ zu machen.

Im Streckennetz der VGF wurden bislang 12 der knapp 69 km Straßenbahn-Betriebsstrecke bepflanzt (bspw. entlang der Messe oder der Stresemannallee). Im Jahr 2019 wurde zwischen den Straßenbahnhaltestellen "Niederrad Bahnhof" und "Triftstraße" auf 900 Metern Strecke Sedum angepflanzt. Im Jahr 2022 wurden die Weichen an der Einfahrt zur Messeschleife erneuert. Mit dieser Maßnahme wurden die Weichen und die zwischen den beiden Überfahrten liegenden Gleise in der Ludwig-Erhard-Anlage begrünt. Zudem wurden bei einer weiteren grundhaften Gleissanierung seit Oktobers 2022 in der Wittelsbacher Allee rund 810 m Gleis begrünt. Bis in den Herbst 2024 wurde die Begrünung von rund 400 m Gleis zwischen Industriehof/Große Nelkenstraße umgesetzt, zudem wurde im Jahr 2024 der Grüngleisabschnitt zwischen den Haltestellen Varrentrappstraße und Nauheimer Straße im Zuge einer Baumaßnahme erneuert. Ein „Exot“, weil Stadtbahn, ist der im Dezember 2010 eröffnete Abschnitt über den Riedberg, da hier die U-Bahn-Linien U8 und U9 verkehren. Zusammen mit den Abstellgleisen im Betriebshof Ost ist diese Strecke rund vier Kilometer lang.

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